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Buchtipps

Buchempfehlungen der Stadtbücherei

Alice Munro: Zu viel Glück

Alice Munro: Zu viel GlückDie neuen Erzählungen der seit Jahren für den Literaturnobelpreis vorgeschlagenen Kanadierin beleuchten die Beziehungen zwischen Menschen und deren Dynamik und Wandlungsfähigkeit.  Oft ist das Leben der Hauptfiguren in Passivität erstarrt, doch ein Zufall zwingt sie dann, ihr Leben

zu ändern. Und oft bricht sich in ihren Geschichten das unter der Oberfläche schlummernde Böse Bahn.

Tief empfundene oder abgestumpfte Liebe, Scheitern von Beziehungen, Ausharren oder Aufbruch und Neubeginn sind die Themen. Die Sprache ist trügerisch einfach, die Figuren und Schicksale wirken auf den ersten Blick  alltäglich. Das jeweils Besondere und Komplexe zeigt sich erst beim genauen Lesen und Weiterdenken der Geschichten. Diese Erzählungen wären bei anderen Autoren Stoff für ganze Romane.  Auch Menschen, die sonst nicht gerne Kurzgeschichten lesen, sei dieses Buch empfohlen.

(R.Z.)

E.L. Doctorow: Der Marsch

E.L. Doctorow: Der MarschE.L. Doctorow erzählt von Liebe in Zeiten der Gewalt, von Idealen im Malstrom der Schlacht und vom Krieg als alles verschlingendem Ungeheuer - gestern wie heute. Ein von der Kritik gefeierter und mit dem PEN/Faulkner Award ausgezeichneter US-Bestseller (Platz 3). 1865, der Amerikanische Bürgerkrieg liegt in den letzten Zügen. General William T. Sherman marschiert mit einer Armee von sechzigtausend Mann durch Georgia, South und North Carolina. Die notdürftig ausgestatteten Rebellen der Südstaaten haben keine Chance gegen die hochgerüstete Union. Und folglich führt Shermans Marsch zum Sieg der Nord- über die Südstaaten und zur Abschaffung der Sklaverei. Doch am Ende ist jeder Opfer des Krieges: einfache Soldaten ebenso wie hochstehende Generäle, befreite Sklaven ebenso wie ihre Unterdrücker, die Bewohner des Nordens wie des Südens. »Der Marsch« eröffnet das eindringliche Panorama einer der schmerzhaftesten Epochen der amerikanischen Geschichte. Mit großem Einfühlungsvermögen folgt er den Protagonisten dieses unfassbaren Dramas und zeigt dem Leser mit ungeheurer Suggestivkraft, mit welcher Wucht jeder Krieg eine zivilisierte Welt in Barbarei und Chaos stürzen kann - aber auch, dass in jedem Chaos der Keim für einen Neubeginn steckt.

(Amazon)

Kerstin Ekman: Hundeherz

Kerstin Ekman: HundeherzBuchtitel und Cover wirken auf den ersten Blick kitschig, aber man sollte sich nicht täuschen lassen:

Kosequent aus der – naturgemäß beschränkten – Sicht eines kleinen Hundes schreibt Kerstin Ekman diese Geschichte. Ein Welpe wird von Mutter und „Herrchen“ getrennt und muss alleine in der schwedischen Wildnis überleben, muss Hunger, Durst, Einsamkeit und vielerlei Gefahren überstehen. Diese kurze Novelle ist eine Allegorie auf das Leben, die tierische Perspektive mit all ihren Ängsten, Unsicherheiten und Instinkten ist glaubwürdig und nachvollziehbar – und kein bisschen kitschig.

(R.Z.)

Nicolas Vanier: Gold unter dem Schnee

Nicolas Vanier: Gold unter dem SchneeKlondike. Noch ist der Name des kleinen Flusses ein Geheimnis. Dann läuft die „Portland“ in den Hafen von Seattle ein -- mit über einer Tonne Gold an Bord. Die Nachricht von den reichen Funden verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Matt gehört zu den ersten, die von den gewaltigen Goldadern erfahren. Sofort macht er sich auf den Weg in die weite Wildnis, um das verheißene Glück zu suchen. Zehntausende folgen kurze Zeit später mit ihrer Gier nach Gold. Hoffen tun sie alle, enttäuscht werden viele, und nicht wenige finden den Tod.

Kaum einer kennt Alaska und Nordkanada so gut wie Nicolas Vanier. Geschichten seiner eigenen Abenteuer brachten ihm eine beachtliche Leserschaft. Jetzt erzählt der Franzose wieder vom hohen Norden, jedoch zu der Zeit, als Amerika im Goldrausch versank. Wir schreiben das Jahr 1897. Jeder will so schnell wie möglich seinen Claim abstecken. Denn wer zuerst kommt, schürft zuerst. Doch schnell endet die Suche nach dem edlen Metall im harten Kampf ums Überleben. Kann der auf einer Farm aufgewachsene Hafenarbeiter Matt in Alaska bestehen? Und wird das Greenhorn am Ende des Indian Summer sein wahres Glück finden?

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Elizabeth Strout: Mit Blick aufs Meer

Elizabeth Strout: Mit Blick aufs MeerCrosby, eine kleine Stadt an der Küste von Maine. Hier ist nicht gerade sehr viel los. Doch sieht man einmal genauer hin, ist jeder Mensch eine Geschichte und Crosby die ganze Welt. Elizabeth Strout fügt diese Geschichten mit liebevoller Ironie und feinem Gespür für Zwischenmenschliches zu einem unvergesslichen Roman.

Sie kann manchmal eine rechte Nervensäge sein: Olive Kitteridge, die pensionierte Lehrerin. Weil sie zu allem, was in dem Städtchen Crosby geschieht, eine dezidierte Meinung hat, halten sie einige für überkritisch. Dann wieder überrascht sie durch Selbstlosigkeit und Mitgefühl. Sie mischt sich ein und macht sich ihre Gedanken über ihre Mitmenschen: die schrille Barpianistin, die insgeheim einer verlorenen Liebe nachtrauert, einen ehemaligen Schüler, der keinen Sinn mehr im Leben sieht, ihren eigenen Sohn, der sich von ihren Empfindlichkeiten bevormundet fühlt, ihren Mann Henry, der die Ehe mit ihr nicht nur als Segen, sondern manchmal auch als Fluch empfindet. Und während sich die Menschen in Crosby mit ihrem ganz normalen Leben herumschlagen, den Problemen wie den Freuden, lernt Olive auf ihre alten Tage, das Leben zu lieben.

Elizabeth Strouts mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneter Roman erzählt von Liebe und Kummer, von Toleranz und Aufbegehren. »Mit Blick aufs Meer« ist ein weises und anrührendes Buch über die Natur des Menschen in all seiner Verletzlichkeit und Stärke, erfrischend ehrlich und unglaublich schön

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