Europäischer Partnerschaftskongress in Rybnik
Die Stadt Neuburg ist Mitglied im Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) mit ihren Partnerstädten Jeseník und Sète. Im polnischen Rybnik - nicht weit von der tschechischen Grenze und Jeseník entfernt - fand der diesjährige Partnerschaftskongress statt. Als Partnerschaftsreferent der Stadt Neuburg hat dieses Jahr Michael Kettner an dem Kongress teilgenommen.
Rybnik ist eine Industriestadt mit 140.000 Einwohnern. Der RGRE feierte sein 60-jähriges Gründungsjubiläum in Polen, weil heuer Polen die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Deshalb kamen auch zahlreiche Minister aus der polnischen Regierung, Kommissare der Europäischen Union und Europaabgeordnete aus allen politischen Lagern. Sie diskutierten in zahlreichen Foren mit den Partnerschaftsreferenten aus allen 27 EU-Staaten die Zukunft der Städte und neue Formen von Partnerschaftsarbeit. Der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster eröffnete den Kongress als Vorsitzender des Rates der Gemeinden und Regionen Europas. Der Kongress diskutierte in verschiedenen Arbeitsgruppen, Michael Kettner nahm u.a. am deutsch-polnischen Treffen teil.
In der Abschlusserklärung, die von den Teilnehmern auch kontrovers diskutiert wurde, betont man, dass Rassismus und Nationalismus in Europa keine Antworten und keine Lösungen bringen. Europa scheine wieder einmal die einzig mögliche Antwort zu sein für die notwendige Weiterentwicklung der Europäischen Union hin zu mehr politischer und wirtschaftlicher Integration und Solidarität. Die Frage sei, werde es möglich sein, die aktuelle Krise als eine Chance zu sehen, um die Entwicklung Europas hin zu mehr Solidarität zu bringen oder lassen wir das europäische Projekt verkümmern? Die Bürger haben eine entscheidende Rolle in dieser Debatte beizutragen. Welche Antworten kann die Europäische Union bringen? Wie bringen wir die Bürger zurück in die Herzen des europäischen Projekts?
Und die Feststellung: "Wir, die Frauen und Männer aus den Rathäusern, die Aktiven der Städtepartnerschafts-Bewegung, müssen Antworten finden."
Im Rahmen des Kongresses wurde im nicht weit entfernten ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau eine feierliche Zeremonie abgehalten, um in Erinnerung zu behalten, wozu Europa fähig war. Tadeusz Sobolewicz, 93 Jahre alt, der als einer der wenigen aus Auschwitz fliehen konnte, fand mahnende Worte für die Zukunft. Die europäischen Völker sollten niemals mehr Kriege, Vernichtung und Vertreibung zulassen.

