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Natura Morta in Kunst und Musik

Pressemitteilung vom 03.08.2015 | 37. Sommerakademie Neuburg an der Donau

Die Neuburger Sommerakademie ist seit Jahren auch ein Forum des interdisziplinären Austausches, in dem sich die verschiedenen Künste treffen und gegenseitig inspirieren. Gerhart Darmstadt, Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, referiert am morgigen Dienstag, 4. August, passend hierzu um 18 Uhr im Stadtmuseum über die besondere Beziehung von Stillleben und Andante-Sätzen in der Barockmusik. Unterstützt wird er dabei von Dozenten der diesjährigen Sommerakademie, die zur Theorie Musikbeispiele vortragen. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Natura Morta in Kunst und Musik

Gerhart Darmstadt © Foto: Pieter Affourtit

Im 16. Jahrhundert wurde das Stillleben (ital. natura morta = tote Natur) als eine eigene Bildgattung in den Niederlanden entwickelt. Entsprechend dem intensiv zunehmenden Interesse an wissenschaftlicher Exaktheit, wurden auf solchen Gemälden Gegenstände aus der Natur mit größter Genauigkeit dargestellt, außerdem kostbare Dinge, seltene Importe aus fernen Ländern und Gerätschaften. Die bewusste Zusammenstellung der verschiedenen Objekte hatte einen tiefen literarischen und theologischen Hintersinn, der vieldeutig erlebbar war. Abgebildet wurden Küchenstücke, Jagdtrophäen, Fünfsinne-Darstellungen, Blumen, euscharistische Attribute, Musikinstrumente, Bücher, Wertsachen und andere Vanitassymbole wie Kerze, Kerzenschere, Öllampe, Totenkopf, Sanduhr, verwelkende Blumen, besonders die Tulpe, Spiegel, Seifenblasen. Die Bilder waren als eine Anweisung zu verstehen, in der Betrachtung der Vergänglichkeit der Attribute einen inneren Weg zu beschreiten und daraus den eigenen Lebensweg zu überdenken, auf die Begehrlichkeit nach äußeren Gütern und Schönheit zu verzichten und überzeitliche Reichtümer wie Herzensbildung, Liebe, Empathie und Mitmenschlichkeit anzusammeln.

Solche Darstellungen der Vergänglichkeit finden wir ebenso in der Lyrik der Zeit, aber eben auch in der Musik. Denn als um 1680 in Bologna das Bassmodell eines Basso andante als Symbol eines zu gehenden Weges mit gleichen Schritten entwickelt wurde, das sich in Europa schnell verbreitete, entstand eine ganz neue Möglichkeit, spirituelle Inhalte in dem Gegenüber von Bass und Oberstimme(n) als die Spannung von Gesetz und Freiheit, Gesellschaft und Individuum, Weltzeit und Eigenzeit oder Schwerkraft und Himmelsnähe in aussagekräftige Beziehungen zu setzen und neue, zutiefst ergreifende und berührende Kompositionen zu schreiben. 

Diese Beziehung von Stillleben und Andante-Sätzen in der Barockmusik hat bisher wenig Beachtung gefunden. Und doch ist die Kenntnis dieser Zusammenhänge ein wesentlicher Schlüssel für ein tiefes Verständnis der besonderen Inhalte solcher Sätze.

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Bernhard Mahler

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Pressesprecher

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