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Taboris „Mein Kampf“ im Stadttheater

Pressemitteilung vom 06.02.2015 | Wenn einem das Lachen im Halse stecken bleibt

Erst vor wenigen Tagen gedachte die Welt der Überlebenden von Auschwitz, jenes Konzentrationslagers, das stellvertretend für sämtliche Lager zum Symbol des Holocaust geworden ist. Der jüdische Autor George Tabori (1914 – 2007) widmete sich in seinen Theaterstücken zeitlebens der Thematik, setze dem Grauen von Rassismus, Antisemitismus und Massenmord jedoch schwarzen Humor und absurde Komik entgegen. So auch in der Groteske „Mein Kampf“, welche am Freitag, 27. Februar 2015 um 20 Uhr im Stadttheater Neuburg gezeigt wird.

Das Stück spielt 1910 in einem Männerasyl in der Wiener Blutgasse. Hier trifft der junge, despotische und absolut untalentierte Adolf Hitler auf den jüdischen Buchhändler und Menschenfreund Schlomo Herzl, der sich rührend um den unerfahrenen Provinzler kümmert, ihn mit Hühnersuppe aufpäppelt und ihm zeigt, wie man sich einen anständigen Bart schneidet. Herzl will ein Buch schreiben: Mein Leben. Schlechter Titel, findet sein Freund Lobkowitz, der sich für Gott hält und tatsächlich auch Wunder bewirkt. Gemeinsam verständigt man sich auf „Mein Kampf“. Hitler ist begeistert. 

Der ungarischen Theatermacher Tabori, der u.a. auch mit Berthold Brecht und Hitchcock oft zusammenarbeitete, gelingt das große Kunststück, Täter und das Opfer auf der Bühne zu versöhnen, indem Hitler nicht als blutrünstiger Dämon, sondern als unsympathischer, aber nicht durchweg abstoßender Wirrkopf dargestellt wird. An Chaplin anknüpfend entwickelte Tabori dabei eine Hitlerfigur als komischen Charakter und bezieht sich damit nicht zuletzt auch auf die Tradition jüdischen Humors, der er sich verpflichtet fühlte. 

Das Theater Poetenpack bringt das Stück, das 1989 in Wien seine Uraufführung erlebte, in einer intensiven Inszenierung mit hochkarätigem Schauspielerensemble, unter anderem mit Teo Vadersen, Tilmar Kuhn und Andreas Hueck, der auch Regie führte, auf die Bühne. Karten sind ab 5 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühr an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet unter www.eventim.de erhältlich. 

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Bernhard Mahler

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Pressesprecher

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