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Agenda 21

Ein weltweites Programm

Das Umwelt- und Entwicklungsprogramm Agenda 21 wurde 1992 auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro von 178 Staaten der Erde beschlossen. Für Deutschland setzte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl seine Unterschrift unter das Dokument.

 

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Bedeutung

Agenda:

  • lateinisch "agere" = "was zu tun ist"
  • etwas vorantreiben, in Bewegung setzen
  • Agenda ist eine Liste von Dingen, die erledigt werden müssen.

21:

  • 21 steht für das 21. Jahrhundert 
Die Agenda 21 stellt ein Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert dar, das weltweit für umweltverträgliches Wirtschaften und sozialen Ausgleich sorgen soll.

Leitlinien der Agenda 21

  • Regionale Identität
  • Orientierung am Natürlichen
  • Nachhaltige Entwicklung
  • Vorrang der Qualitäten
  • Erhalt der Vielfältigkeit
  • Förderung der Kooperation, unter anderem durch fairen Handel
  • Deckung von Bedürfnissen vor Ort

"Global denken - lokal handeln" lautet das Motto der Agenda 21, denn eine weltweite Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen aller Menschen im Zusammenhang mit einer langfristigen Sicherung der natürlichen Lebengrundlage (nachhaltige Entwicklung) kann nur gelingen, wenn sich möglichst alle Staaten, Länder und Kommunen am Agendaprozess beteiligen.

Also:

Nicht mehr ernten, als nachwächst!
Von den Zinsen leben, nicht von der Substanz!

Nachhaltige Entwicklung

Die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen aller Menschen kann nur gelingen, wenn sie mit der langfristigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlage (= nachhaltige Entwicklung) in Einklang gebracht wird.

Soziales

Zukunftsfähigkeit des Gemeinwesens: Übereinstimmende Meinung über Grundwerte, gesunde Lebensbedingungen und Verteilungsgerechtigkeit zwischen den der Erde. Voraussetzung hierfür ist die --->

Ökonomie

Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftssystems: Ökonomie mit weniger Umweltverbrauch. Stützung auf menschliche Arbeit und erneuerbare Ressourcen statt auf Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen. Voraussetzung hierfür ist die --->

Ökologie

Ökologische Zukunftsfähigkeit: Erhaltung der Artenvielfalt, der menschlichen Gesundheit sowie die Sicherung der Luft-, Wasser- und Bodenqualitäten, um das Leben und das Wohlergehen der Menschen und der Tier- und Pflanzenwelt für alle Zukunft zu sichern. Der Verbrauch von erneuerbaren Rohstoff-, Wasser- und Energieressourcen darf nicht höher sein als die Neubildungsrate. Fossile Ressourcen dürfen nicht schneller verbraucht werden, als sie durch erneuerbare Ressourcen ersetzt werden. Die Emission von Schadstoffen darf nicht größer sein, als die Fähigkeit von Luft, Wasser und Boden, diese Schadstoffe zu binden und abzubauen.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit sucht den Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen, ohne dabei die globale Verantwortung und die Vorsorge für nachfolgende Generationen aus den Augen zu verlieren.

Umweltgerechtes Wirtschaften - Sozialer Ausgleich

abb2Da wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und ökologische Verträglichkeit in einem untrennbaren Zusammenhang stehen, ist eine Entwicklung nur dann nachhaltig, wenn alle drei Aspekte "Soziales", "Ökonomie" und "Ökologie" in Einklang gebracht werden können. 

Agenda 21 Deutschland

in Deutschland wird in folgenden Schlüsselbereichen eine nachhaltige Entwicklung angestrebt: Engpass Atmosphäre Der mittlere globale Temperaturanstieg muss auf maximal 0,1°C pro Jahrzehnt begrenzt werden, um die Anpassungsfähigkeit des natürlichen sozialen Systems nicht zu überfordern. Um dies zu erreichen, ist eine weltweite Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen um fünfzig Prozent bis Mitte des nächsten Jahrhunderts erforderlich. Sollen den weniger entwickelten Ländern Spielräume zur wirtschaftlichen Entwicklung belassen werden, müssen die Industrieländer und damit auch Deutschland die Kohlendioxid-Emissionen bis 2050 sogar um siebzig bis achtzig Prozent reduzieren.

  • Energienutzung und CO 2-Minderung
  • Verkehrs- und Siedlungsentwicklung
  • Nahrungsmittelerzeugung, insbesondere Landwirtschaft
  • Umweltverträgliche Entsorgung der Abfälle
  • Veränderung der Konsumgewohnheiten
  • Nationale Beiträge zum Schutz der weltweiten
  • Natur- und Umweltressourcen

Die Rolle der Kommunen

Nicht nur die Regierung, sondern auch die Städte und Gemeinden sind aufgefordert, ihre Politik zu verändern und ihre Entwicklung in eine dauerhaft tragfähige und damit zukunftsfähige Richtung zu lenken.

Das Kapitel 28 der Agenda 21 betont die wichtige Rolle, die den Kommunen bei der Erzielung globaler Erfolge zukommt und fordert diese auf, in einen Meinungsaustausch mit allen Gruppierungen der

Bürger zu treten mit dem Ziel, eine Lokale Agenda 21 zu erstellen.

"Da viele der in der Agenda 21 angesprochenen Probleme und Lösungen auf Aktivitäten auf der örtlichen Ebene zurückzuführen sind, ist die Beteiligung und Mitwirkung der Kommunen ein entscheidender Faktor bei der Verwirklichung der in der Agenda enthaltenen Ziele. Als Politik- und Verwaltungsebene, die den Bürgern am nächsten ist, spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Informierung und Mobilisierung der Öffentlichkeit und ihrer Sensibilisierung für eine nachhaltige, umweltfreundliche, umweltverträgliche Entwicklung."
(Agenda 21, Kapitel 28.1)

Überall dort, wo Menschen leben und wirtschaften, wo produziert, gebaut, geheizt, gekocht und sich bewegt wird, wo Rohstoffe und Energievorräte verarbeitet werden, nimmt der Mensch Einfluss auf

den Zustand der Umwelt. Städte und Gemeinden nehmen deshalb eine Schlüsselstellung bei der Umsetzung der Agenda 21 ein. Inhaltlich stellt die Lokale Agenda 21 einen langfristigen kommunalen

Aktionsplan mit dem Ziel der zukunftsbeständigen Entwicklung der Kommune dar. Auf diese Weise entstehen in der Summe aller Kommunen (kumulative) Effekte mit globalen Auswirkungen. 

Die Rolle der Bürger

Jede Kommune ist gekennzeichnet durch die ganz spezielle Zusammensetzung ihrer Bevölkerung. Dieser Zusammensetzung muss bei der Umsetzung der Lokalen Agenda 21 Rechnung getragen
werden. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Dies ist keine bequeme Aufforderung. Denn es genügt nicht, wenn die Politik umweltverträgliche, soziale oder ökologische Maßnahmen umsetzt.

Wer kann Ideen einbringen?

Auf jeden einzelnen Bürger kommt es an! Wichtig ist deshalb, dass sich alle Interessengruppen am Agendaprozess beteiligen, damit die Umsetzung der Lokalen Agenda 21 auf möglichst breiter Ebene erfolgen kann. Aufgerufen zur Mitarbeit sind Mitglieder aus Vereinen, Verbänden, Vertreter von Schulen, Ämtern und der Wirtschaft, Kirchengemeinden, Jugendliche und alle Bürgerinnen und Bürger, die
an der Zukunft Neuburgs interessiert sind. Der Weg in eine zukunftsfähige Kommune kann nur gelingen, wenn er von möglichst vielen Beteiligten getragen wird.

Wer möchte mitmachen?

Jede Stadt, jede Bürgerin und jeder Bürger sind ausdrücklich aufgerufen an der Erreichung dieses Ziels mitzuwirken. Die “Lokale Agenda 21” ist also weit mehr als eine schöne Absichtserklärung über die Entwicklungswünsche einer Kommune.

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