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e-Motor(Renn)Sport – ein Fenster in die Zukunft

Motor- und Motor-Rennsport stehen nach Fußball an zweiter Stelle der beliebtesten Sportarten in Deutschland. Egal ob regional ausgetragene Rennserien, nationale Meisterschaften oder hochkarätige Rennläufe auf internationalem Feld – Motorsport ist ein Publikumsmagnet der Millionen Zuschauer anzieht und für die Fahrzeug- und Zulieferindustrie eine wertvolle Entwicklungsplattform im praxisnahen Belastungstest bedeutet. Viele Fahrzeugkomponenten, die sich auf der Rennstrecke unter härtesten Bedingungen bewährt haben, werden heute in Serienfahrzeugen verbaut. Nicht zuletzt lebt auch ein großer Markt von der „Faszination Motorsport“, die sich in buntem Outfit auf den Straßen dieser Welt tummelt.

Motorsport ist aber nicht nur ein Sprungbrett für neue Technologien, die das wertvolle Know-how profitabel machen. Trotz seines starken Zulaufs hat Motorsport auch seine Gegner, deren Argumente ernst zu nehmen sind. „Viel zu laut“, „Rausgeschmissenes Geld“, „Luftverpestung“, „Nicht zeitgemäß“ – Motorsport auf zwei, vier oder mehr Rädern gerät mehr und mehr in die öffentliche Kritik. 

Und, sollten wir uns nicht zuletzt im Klaren darüber sein, dass es in Zeiten von deutlich knapper werdenden Öl- und Gas-Reserven und eines stark angeschlagenen Ökosystems nicht doch besser wäre, den Motorsport radikal zu reduzieren? Das müssen wir nicht nicht, denn: es geht auch anders!

Ein „e“ als Rettungsring

Mit dem Paradigmenwechsel in der Fahrzeugtechnologie – weg von fossil betriebenen Fahrzeugen und hin zu elektrisch betriebenen „Vollstromern“ – ergeben sich völlig neue Perspektiven, um des „Deutschen liebstes Kind“ weiterhin auf Händen tragen zu können, mobil zu bleiben und die neue Wertschöpfungskette, die soeben entsteht, nicht abreißen zu lassen.
Anfang 2010 rief unsere Bundeskanzlerin das Ziel aus, Deutschland zum Leitanbieter für Elektromobilität zu machen, somit zum „Internationales Kompetenzzentrum Elektromobilität“ zu werden und – parallel hierzu – bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen. Ein hochgestecktes Ziel, bedenkt man, dass das Kraftfahrtbundesamt (KBA) in seinem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht 2010 erst 5.613 vollelektrisch betriebene Fahrzeuge (davon 2.307 PKW) verzeichnet, wohingegen Länder wie Frankreich, Dänemark, China, Japan, Israel oder die USA bereits die Umstellung auf Elektrofahrzeuge staatlich fördern und damit eine große Nachfrage generieren. Bisher ist noch kein deutsches Fahrzeug auf dem Markt erhältlich, das den gegebenen Mobilitätsgewohnheiten der Verbraucher Rechnung trägt. Peugeot, Mitsubishi, Renault, eWolf, Tesla Motors und Co haben den Schritt nach vorne bereits gewagt und zeigen, was sie zu bieten haben, während deutsche Hersteller zum wiederholten Mal Feldversuche starten und zum x-ten mal für teures Geld dieselben Ergebnisse präsentieren.
Hat denn der Wissens- und Hochtechnologie-Standort Deutschland nicht mehr zu bieten? Wo sind die Pioniere, die sich nach draußen wagen und Ihre Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit präsentieren und hausintern weiterentwickeln? Gibt es diese überhaupt? Die Antwort vorweg: Ja! Es gibt sie und im e-Motorsport sind sie zu finden!

Beispielsweise existieren seit 2009 zwei neue Rennserien für Elektro-Motorräder. Zum einen die, von der FIM (Fédération Internationale de Motocyclisme) international ausgetragene „FIM ePower“, zum anderen der ältere, vom Privatmann Azhar Hussain initiierte und europaweit ausgetragene „TTXGP“ (Time Trials Extreme Grand Prix). Beide e-Rennserien beweisen, dass e-Motorrad-Rennsport hochkarätig anzusiedeln ist, schnell sein kann, Spaß macht und in Zukunft für viele Überraschungen sorgen wird, die selbst etablierte Unternehmen ins Staunen versetzen und wohl bald aus ihrer eigenen Zurückhaltung holen werden. Den aktuellen Titel des Konstrukteursweltmeisters in der FIM ePower trägt das Zugpferd „MÜNCH Racing“ aus Würzburg, das sich im selben Jahr auch den Weltmeister-Titel in der Fahrer-Wertung beider Rennserien sichern konnte. Am 15. April 2011 ging die FIM ePower im französischen Magny-Cours in ihre dritte Saison. Der TTXGP wird am 16. Juni 2011 in Silverstone erneut gestartet.

Die e-miglia – erste internationale Rallye für elektrische Fahrzeuge – wurde 2010 mit dem Ziel ins Leben gerufen, der Welt die Leistungsfähigkeit und Attraktivität der Elektromobilität in einem spannenden wie emotionalen Umfeld zu demonstrieren. Diese Rallye bedeutet: Mindestens 560 Kilometer durch drei Alpenländer, an vier Tagen, über viele Pässe und bei jedem Wetter. Vom 1. bis 5. August 2011 wird die 2. e-miglia dem offenen Teilnehmerfeld noch wesentlich mehr abverlangen.

Mit einem e-Formel-Rennwagen, der von 0 auf 100 km/h in 3 Sekunden beschleunigt und eine Spitzengeschwindigkeit von 260 km/h erreicht, will das französische Unternehmen „Formulec“ ab 2012 eine neue Rennserie ins Leben rufen. Große Chancen auf Erfolge auch hier, da nicht nur der Automobil-Weltverband FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) unter der Federführung des FIA-Präsidenten Jean Todt, die neue Technologie in den Motor-Sport als feste Größe etablieren will. Auch die EU, vertreten durch den EU-Kommissar, Antonio Tajani, ebnet diesen Weg in unsere mobile Zukunft. 

2011 kehrte „KERS“ (Kinetic Energy Recovery System = System zur Rückgewinnung kinetischer Energie; meist in elektrischen Systemen zur Energiegewinnung eingesetzt) in das Reglement der Formel 1 zurück. Die DTM soll zukünftig hybrid fahren und, gestützt von der FIA-Kampagne „Make Cars Green“, könnte bereits ab 2013 eine e-Formel-1 auf den großen Rennstrecken dieser Welt an den Start gehen. Eine weitere, aber nachhaltig geplante Rennstrecke, wird bereits auf Mallorca, der Heimat des amtierenden MotoGP-Weltmeisters, Jorge Lorenzo, vorbereitet. Somit gut positioniert, hat man auf der Insel die seltene Gelegenheit wahrgenommen, vielleicht bald als feste Größe für die Austragung hochkarätiger e-Rennsport-Veranstaltungen zu gelten.

Immer mehr Indoor-e-Kart-Paläste öffnen ihre Pforten, die dazu einladen, das prickelnde Gefühl von umweltfreundlicher, aber dennoch kraftvoller und effizienter Fortbewegung zu erleben. Das lockt nicht nur den „Junior“ hinters Lenkrad. Eine der hochmodernen e-Kart-Bahnen steht in Bergkirchen bei München. Dort begeistern e-Karts im „Kart-Palast Funpark“ die ganze Familie und – mag man es glauben oder auch nicht – selbst junge Mädchen und deren Mütter sitzen bodennah im Schalensitz und flitzen mit den e-Karts von RIMO um die Kurven. Sie sind begeistert und denken um.

Auch wenn, oder gerade weil Elektromobilität noch in den Kinderschuhen steckt, noch viel Unwissenheit darüber besteht und es ebensoviel zu erforschen, zu lernen und weiter zu entwickeln gibt, sollten wir uns früh genug mit diesem Technologie-Sprung auseinandersetzen und versuchen, Elektromobilität in ihren bunten Facetten zu erleben und zu verstehen. 

Der e-Motorsport leistet hierzu einen wertvollen Beitrag und bietet die Möglichkeit, sich frühzeitig mit den Grundlagen der Mobilität von morgen auseinanderzusetzen. Kommunen, die ihre Motorclubs oft in abgelegene Regionen verbannt haben, können diese Organisationen wieder zu sich holen, den gemeinsamen Bildungsauftrag wiederbeleben und bereits die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft für die nachhaltige Mobilität von morgen sensibilisieren – ohne Sprit, mit viel Power, gespeist mit regenerativer Energie und – vor Ort – CO2-neutral. Vielleicht bietet sich sogar die Option, Motor-Sport wieder inmitten der Gemeinschaft zu zelebrieren, denn: e-Motorsport-Veranstaltungen sind leise und bieten Raum für Kommunikation und Nähe.

Nicht ohne Grund unterstützen Unternehmen unterschiedlicher Sparten den e-Motorsport und setzen eine eindeutige Marke. Sie bekennen sich zur Grünen Hoch-Technologie, bauen profitable Synergien auf und präsentieren sich verantwortungsvoll einer internationalen Öffentlichkeit. Ihr Einsatz für eine gesunde Zukunft ist engagiert, nachhaltig ausgerichtet und hat Vorbildcharakter.

Mit dem vorangestellten „e“ öffnet der Motor-Sport weitere Fenster in eine positive Zukunft. Diese Fenster sollten wir nicht wieder schließen, denn: Zukunft geht uns alle an.

Stephan Schnabelmaier
Geschäftsführer, e-motors

Das macht e-motors

e-motors setzt sich dafür ein, dass Elektromobilität erlebbar und somit (be)greifbar wird. Eine der großen Chancen sehen wir im noch jungen e-Motor(Renn)sport.
Kommunen erhalten von uns die Möglichkeit, ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern den Umstieg auf Elektromobilität näher zu bringen. Unsere Event- und Projekt-Angebote stellen wir maßgeschneidert bereit.
e-motors berät Kommunen bei ihrem Umstieg auf Elektromobilität.
Zielführend in unserer Arbeit ist das „Elektrodrom“ – ein internationales Kompetenzzentrum Elektromobilität und Schaufenster für Zukunftstechnologien.

Kontakt

Stephan Schnabelmaier
Geschäftsführer

e-motors UG
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Schäftlarnstraße 10
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phone +49 (0)89 / 5 23 31 14
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e-mail schnabelmaier@e-motors-online.de
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