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Balladen und Moritaten auf dem Wochenmarkt

Pressemitteilung vom 12.05.2010

Am Samstag, 15. Mai 2010, kommen die Moritatensänger mit alten Balladen, Moritaten und Ereignisliedern wieder nach Neuburg an der Donau. Von 10 Uhr bis ca. 12 Uhr erklingen ihre Lieder auf dem Wochenmarkt am Schrannenplatz. Passanten und Besucher sind bei Sonne oder Regen zum Mitsingen und Mitmachen aufgefordert.

Balladen und Moritaten auf dem Wochenmarkt

2008 waren die Moritatensänger des Bezirks Oberbayern erstmals zu Gast in Neuburg.

Es gibt Balladen wie das “Bettlmandl“, die “Brombeerpflückerin“ oder die “Markgräfin“, Moritaten wie “Sabinchen war ein Frauenzimmer“, “Lenchen ging im Wald spazieren“, “Mariechen saß weinend im Garten“ oder die “Gärtnersfrau“ und weitere Ereignislieder, die in ernsthafter oder humorvoller Weise von Wildschützen, Dieben und bayerischen Helden, wie z. B. dem Matthias Klostermeier, vulgo “Boarisch Hiasl“ oder dem “Wildschützen Jennerwein“ oder vom “Kneißl Hiasl“ berichten.

Die Abbildungen an der Moritatentafel lassen die gesungenen Geschichten in ve rschiedenen Abschnitten vor den Augen der Betrachter erscheinen. Die Moritatensänger des Bezirks Oberbayern laden alle Besucher zum Mitsingen ein, dazu gibt es kleine Taschenliederheftchen, auch zum “Mit-nach-Hause-nehmen“.

Immer schon hat es “fahrende“ Sänger gegeben, die ihre Lieder an immer wechselnden Orten einem sesshaften Publikum vorgetragen haben. Sie waren teils angesehen wegen ihres besonderen Könnens, ihres Unterhaltungswertes und ihrer Fähigkeit, Menschen zu fesseln – teils standen sie außerhalb der gesellschaftlichen Ordnung, waren “vogelfrei“, geduldet oder verfolgt.

Mit Lizensierungsverfahren versuchte die Obrigkeit diese Sänger bei öffentlichen Auftritten zu reglementieren. Trotzdem oder gerade deswegen waren diese fahrenden Sänger wichtig für das Wohl und die Entwicklung der Bevölkerung: Ihr Singen lieferte Unterhaltung und Information, Zeitvertreib und Nachrichtenvermittlung.
Die Sänger verkauften vielfach ihre Liedtexte in kleinen Liedflugschriften, als “Flugblattlieder“ – diese Lieder gingen teilweise in das Singrepertoire der Bevölkerung ein. Die Melodien zu den Flugblatt-Liedertexten wurden den fahrenden Sängern nachgesungen, nachempfunden oder völlig aus den eigenen auswendigen Melodien dazugestaltet. Somit sind die von den fahrenden Sängern auf Straßen und Plätzen vertriebenen Liedflugblätter wichtige Elemente des Volksgesangs geworden.
Fahrende Sänger, Bänkelsänger, Moritatensänger vermitteln auch den Blick in die “große weite Welt“ – ob die Inhalte ihrer Lieder nun der Wirklichkeit und den Tatsachen entsprachen oder nicht. Wie bei der heutigen Regenbogenpresse und den Klatschmagazinen, bei den Groschenromanen oder einschlägigen Fernsehserien – oder auch den Historienspielen – ging und geht es nicht primär um die Beschreibung der Wirklichkeit, sondern um die verarbeitete Wirklichkeit: Was ist, was war, was hätte sein können – also die “persönliche Wahrheit“,
wenn man es so nennen kann.

Und es ging und geht um das Absingen von Bekenntnissen der Freiheit, um Auflehnung gegen Normen, gegen heuchlerische Moralvorstellungen, gegen die Obrigkeit, um Volksgerechtigkeit, um Freiheitsliebe, um Selbstbestimmung – alles Themen, die auch heute ansprechen und die Menschen bewegen.

Das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern versucht diese pluralistische und demokratische Variante des überlieferten Volksgesangs wieder ganz natürlich populär zu machen. Seit Jahren ziehen die Moritatensänger mit ihren Liedern, der Moritatentafel und den Heftchen zum Mitsingen von Ort zu Ort und laden in der Öffentlichkeit, auf Straßen und Plätzen zum Verweilen, Zuhören und Mitsingen ein.

Gerade in Fußgängerzonen und Einkaufsvierteln lassen sich viele Menschen, z. B. am Samstagvormittag, von dieser Art der Liedvermittlung ansprechen. Aber auch auf den großen und kleinen Märkten und Markttagen sind die Moritatensänger des Bezirks Oberbayern gern gesehene Gäste. Seit 16 Jahren kommen auf diese Weise in traditionell-gegenwärtiger Form die “Lieder der Straße“ wieder zu den Menschen in Oberbayern.

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Pressekontakt

Bernhard Mahler

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pressesprecher

Rathaus, Zi. 2.09, 2. Stock
Telefon 0 84 31/55-2 02
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