Sie sind hier: Startseite > Pressemitteilungen > 2011 > Draußen vor der Tür
Ausstellung #86633
https://www.neuburg-donau.de/startseitenhinweise/ausstellung-86633/image_portlet

Besuchen Sie die Ausstellung vom 29.9. bis 27.10.2019 im Rathausfletz

mehr...
Neuburg.com
https://www.neuburg-donau.de/startseitenhinweise/neuburg.com/image_portlet

Neuburger Unternehmen – online informieren & vor Ort einkaufen!

mehr...
Neuburger Wochenmarkt
https://www.neuburg-donau.de/startseitenhinweise/neuburger-wochenmarkt-1/image_portlet mehr...
 

Draußen vor der Tür

Pressemitteilung vom 07.04.2011 | Schauspiel von Wolfgang Borchert; Regie: Christian Schidlowsky (Gastspiel Fränkisches Theater Schloss Maßbach)

"Mit der Wahrheit ist das wie mit einer stadtbekannten Hure. Jeder erkennt sie, aber es ist peinlich, wenn man ihr auf der Straße begegnet" Beckmann, die Hauptfigur, kehrt mit steifem Knie und Gasmaskenbrille vom Krieg heim. Von seiner Frau verlassen, heimatlos, vom Krieg und Gefangenschaft aller Kraft und Hoffnungen beraubt, beschließt er, seinem Leben ein Ende zu setzen. Doch die Elbe, in die er sich stürzt, wirft ihn unwillig wieder ans Ufer zurück. Unversehens sieht sich Beckmann um die erträumte ewige Ruhe gebracht und in eine Wirklichkeit geworfen, die jeden Sinn verloren hat. Nochmals sieht er sich gezwungen, im Leben Fuß fassen zu müssen, aber alle seine Versuche schlagen fehl.

„Das bekannteste Drama eines Beteiligten des Zweiten Weltkrieges: ein resignierter Aufschrei gegen den Krieg und die Kriegsfolgen. Heute so aktuell wie vor über 60 Jahren? Nein, mitnichten. Viel aktueller, denn die Resignation nach dem ungehört verhallten Aufschrei wird größer, tiefer, beklemmender angesichts der aktuellen Kriege in unserer Welt. Wer will diese Beklemmung aushalten? Keiner. Wir suchen mit Wolfgang Borchert Wege aus der Klemme.

Wir sind die Komödianten, verdammt dazu, ein Nachkriegsstück gegen den Krieg zu spielen in einer Zeit der gegenwärtigen Kriege. Wir müssen spielen, das ist ein Teil der Unterhaltungskultur (von der wir materiell leben); wir wollen wachrütteln, das ist ein Teil unseres Anspruchs (mit dem wir moralisch überleben). Das Dilemma: nach wie vor hört uns keiner, seit 60, 600 oder 6000 Jahren nicht. Den Clowns ist das Lachen vergangen, die Leichen fangen an zu kichern: ‘Beckmann,’ sagt der verantwortliche Kriegsverbrecher zu dem heimgekehrten Soldaten: ‘mein Lieber, so müssen Sie auf die Bühne!’“ (Christian Schidlowsky)

Borchert, der 2011 seinen 90. Geburtstag hätte feiern können, schreibt unheilbar krank innerhalb einer Woche mit "Draußen vor der Tür" das deutsche Drama der unmittelbaren Nachkriegs-Zeit. Hierin bringt er eindringlich die Situation eines Kriegsheimkehrers sowie das Elend und die Einsamkeit, die diese Generation nach dem desillusionierenden Kriegsende erwartet, zum Ausdruck. Zunächst als Hörspiel gesendet wird das Drama am 21. November 1947, einen Tag nach Borcherts Tod, in den Hamburger Kammerspielen uraufgeführt.

Karten für die Vorstellung sind im Bücherturm, Tel.: 08431 / 64 23 92, in der Touristinformation, Tel.: 08431 / 55 240, Fax: 55 242, bei der Neuburger Rundschau, Tel.: 08431 / 67 76 50 beim Donaukurier, Tel. 08431 / 6 47 65 20 oder per E-Mail: kultur@neuburg-donau.de erhältlich.

Artikelaktionen
Pressekontakt

Bernhard Mahler

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pressesprecher

Rathaus, Zi. 2.09, 2. Stock
Telefon 0 84 31/55-2 02
Kontakt per E-Mail