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Sana per Aquam – Kneippen in Bad Neuburg

Pressemitteilung vom 23.03.2018 | Ausstellung in der Städtischen Galerie im Rathausfletz

Original Badeanzüge aus den 20er und 30er Jahren, ein Werbestummfilm mit kuriosen Badeszenen in der Donau, zahlreiche Flyer, Dokumente, Baupläne, diverse Pillendrehmaschinen, eine homöopathische Taschenapotheke und viele weitere Apothekerutensilien, vor allem aber die herausragenden Fotografien von Julius Sayle: Die Ausstellung „Sana per Aquam – Kneippen in Bad Neuburg“ präsentiert ein atmosphärisch dichtes Bild der 20er und frühen 30er Jahre in der Kleinstadt Neuburg, eine Stadt, die zwei Jahrzehnte unbedingt zur Kurstadt werden wollte. Ab Sonntag, 25. März, wird die Ausstellung in der Städtischen Galerie Neuburg im Rathaufletz eröffnet.

Sana per Aquam – Kneippen in Bad Neuburg

Julius Sayle: Kurgäste Gruppenbild, 1933 (Stadtarchiv Neuburg)

Kurstadtträume zu Zeiten der Inflation

Als im Winter 1918 die Überlebenden traumatisiert aus den 1. Weltkrieg zurückkehren, geht es Neuburg an der Donau nicht gut. Zwar wurde die Altstadt von Kriegshandlungen verschont und im ländlichen Raum gibt es weniger Hunger als in der Großstadt, doch die Offiziere müssen abziehen, die Wirtschaft lahmt, die internationalen Wirtschaftsbeziehungen sind zusammengebrochen. Die kleine Stadt, die sich eigentlich noch von dem Schock erholen muss, nicht mehr die Hauptstadt eines Fürstentums Pfalz-Neuburg zu sein, sieht mit Abzug des Militärs nun nicht nur die wirtschaftliche Kaufkraft schwinden, vielmehr scheint mit den Offizieren auch das einst selbstbewusste städtische Identitätsgefühl abhanden zu kommen. 

Das Bildungsbürgertum und die Geschäftsleute suchen nach einem Ausweg, allen voran Magistratsmitglied Franz Hoffmann, Gründer, Lebenskünstler, Baumeister und Industrieller. Bereits in den 1910er Jahren wurde die Idee entwickelt, aus Neuburg eine Kurstadt zu machen. Nun scheint der geeignete Zeitpunkt gekommen, diese Idee in die Tat umzusetzen. Durch eine Anzeige wird mit Dr. Wilhelm Spengler ein Arzt aus München engagiert, der Naturheilverfahren und den Kneipp-Ideen gegenüber aufgeschlossen ist. Und auch ein Kneipp-Heim wird geplant und schließlich mithilfe von ausgegebenen Anteilsscheinen finanziert. Binnen weniger Jahre entwickelt sich in Neuburg eine heute zum Teil kurios anmutende Bäderszenerie, die mit den modernsten Mitteln beworben wird. Nicht zuletzt die Geschäftswelt und die Gastronomie versuchen, vom neuen Kneipp-Hype zu profitieren. 

Sana per Aquam, Bad Neuburg scheint langsam zu gesunden. Ein gutes Jahrzehnt laufen die Bemühungen, sich als Kurort zu etablieren, am Ende jedoch vergeblich: Mitte der 30er Jahre werden die Versuche mit dem aufkommenden Nationalsozialismus eingestellt. Das Militär kehrt in die Donaustadt zurück, eine andere Zukunft wartet. 

Kunst & Gesund

Das Amt für Kultur und Tourismus hat die Ausstellung gemeinsam mit dem Stadtarchiv Neuburg als Projektbeitrag des bayernweiten „Kunst & Gesund“- Festivals des Netzwerkes „Stadtkultur“ organisiert. Dabei ist es den beiden Kuratorinnen,  Stadtarchivarin Dr. Barbara Zeitelhack und Kulturamtsleiterin Kathrin Jacobs, gelungen, neben den eigenen Beständen auch hochkarätige Exponate von öffentlichen Leihgebern, wie dem staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg und dem Stadtmuseum Neuburg, sowie von zahlreichen privaten Leihgebern – allen voran Manfred Hoffmann, Urenkel des 1. Vorsitzenden des Neuburger Kur- und Kneipp-Vereins – zusammenzutragen. Resultat ist ein kleines, sehenswertes Panoptikum, dass nicht nur als zuweilen amüsanter historischer Rückblick funktioniert, sondern das auch zeigt, wie wichtig es insbesondere in Krisenzeiten für eine Stadtgesellschaft werden kann, die eigene soziokulturelle Identität zu definieren, um sich danach auszurichten.

Zur Landpartie nach Neuburg

Die Ausstellung „Sana per Aquam“ läuft bis zum 29. April in der Städtischen Galerie Neuburg im Rathausfletz und ist Donnerstag und Freitag von 17 bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Anreisende Ausstellungsbesucher sollten zugleich die Gelegenheit nutzen, um nach dem Galeriebesuch die Stadt und ihr Residenz- wie Kurstadterbe mit Kneipp-Büste, Wassertretbecken und Kräutergarten im Stadtbild zu entdecken. Informationen zur Ausstellung, zu Anreise und zu den historischen Stadtrundgängen sind in der Touristinformation, Ottheinrichplatz 118, 86633 Neuburg an der Donau, Tel. 08431/55-240 erhältlich.

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Pressekontakt

Bernhard Mahler

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Pressesprecher

Rathaus, Zi. 2.09, 2. Stock
Telefon 0 84 31/55-2 02
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